Knochenbrühe – Bone broth

By Hella Hergel | Allgemein

Zur Zeit sehe ich immer häufiger Veröffentlichungen über das Thema Knochenbrühe und nehme das als Anlass hier etwas dazu beizutragen. Auch hatten meine Patienten mich gebeten zu erklären was da nun dran ist:

Wenn diese Knochenbrühe richtig gemacht wird, dann ist sie sehr heilsam und gibt dem Körper viele Stoffe, die wir sonst nicht mehr so einfach zu uns nehmen.

Absolut wichtig ist, dass die Knochen von Tieren stammen, die frei herum laufen konnten, also auf keinen Fall Stallhaltung. Wenn Sie die Brühe aus Knochen kochen, die aus der leider üblichen Stallhaltung stammen, ist Ihnen davon abzuraten! Tiere, die im Stall gehalten werden bekommen sehr viele Zusätze. Diese wirken sich auf unseren Stoffwechsel und schaden uns. Diese Zusätze sind Hormone, Antibiotika und andere Medikamente, damit die Tiere dieses Leben überhaupt aushalten und überleben. Diese Zusatzstoffe werden in den Zellen der Tiere eingelagert und gehen somit in unseren Körper über und wirkt dort weiter.

Auch Tiere, die biologisch gefüttert werden und keine solchen Zusätze bekommen sind nicht für die Brühe geeignet. Die Tiere brauchen die Bewegung, um die Stoffe (Aminosäuren) zu produzieren, die dann in der Brühe für uns so kostbar sind.

Mittlerweile gibt es gute Quellen, wo man die Produkte von Tieren aus Weidehaltung bekommen kann.
Wenn Sie hier Hilfe brauchen, kontaktieren Sie mich bitte!

Warum sollten Sie nun diese Brühe kochen?

Diese Brühe

  • hilft Entzündungen zu reduzieren,

  • hilft dem Mikrobiom (Darmflora) und Schleimhaut

  • Verbessert die Verdauung,

  • wirkt stärkend auf die Nebennieren,

  • hilft unseren Knochen und Zähnen

  • fördert gesunde Gelenke, Sehnen, Bänder

  • verbessert die Funktion des Immunsystems

  • reduziert Falten,

  • beseitigen Cellulite und verbessert die Qualität der Haut

Aber wie wird sie gemacht?

Es ist gar nicht schwer!
Ich habe verschiedene Rezepte gelesen. Sicherlich sind alle sehr schmackhaft, allerdings sind nicht alle zu empfehlen.

Wir wollen die guten Stoffe aus der Brühe erhalten und wünschen uns, dass unser Körper diese Stoffe in unseren Organismus einbaut. Dazu dürfen diese Stoffe nicht kaputt gehen. Deshalb wird ein langes Garen bei niedriger Temperatur empfohlen!

Sie müssen die Knochen 8 – 48 Std. bei ganz niedriger Temperatur köcheln lassen!
Das ist für unseren Nutzen entscheidend!

Ich empfehle gerne diesen Crock Pot – er braucht viel weniger Energie als der Herd oder Backofen und man kann den Timer auf die Zeit stellend die man braucht.

Ich fand im Internet Anleitungen, die ich nicht empfehlen kann:
Da werden die Knochen erst angebraten! Dabei werden sie auf 200°C erhitzt und damit werden die Eiweise, die wir haben wollen zerstört.

Aber nun zu einem Rezept zur Herstellung der Knochenbrühe, dass Sie je nach Geschmack und Verträglichkeiten abändern können:

Zutaten:

2 Esslöffel Weidebutter oder Ghee
3 mittelgroße Karotten, geschält und in grobe Stücke geschnitten
3 Stangen Sellerie in grobe Stücke geschnitten
1 halbe bis ganze Stange Lauch
2 1/2 Pfund sortierte Rindfleischmarkknochen
1 frisches Kräuterbündel (optional)
(Ihre Wahl von frischem Oregano, Rosmarin, Thymian, Salbei, etc.)
1 bis 2 Esslöffel Apfelessig
1 Tasse Kollagenprotein pro Liter Brühe (optional)
Ur-Salz oder Himalaya rosa Salz nach Geschmack

Anleitung:

In einem großen Suppentopf die Karotten, den Lauch und den Sellerie für einige Minuten leicht anbraten, bis sie durchscheinend sind. (Wenn ich es eilig habe, spare ich mir das und die Brühe wird dennoch lecker)
Rinderknochen und Kräuterbündel dazugeben und mit Wasser bedecken. Fügen Sie den Apfelessig dem Wasser hinzu, da es hilft, die Nährstoffe aus den Knochen herauszuziehen.

Bei niedriger Hitze (nicht kochen) 8 bis 24 Stunden lang köcheln lassen. Sie können dies in einem Slow Cooker wie dem Crock Pot tun, wenn bequemer und günstiger ist.

Nachdem Ihre Brühe die gewünschte Farbe und den gewünschten Geschmack erreicht hat, entfernen Sie die Knochen. Das Gemüse können Sie lassen und pürieren oder sie nehmen das Gemüse heraus.

Ich lasse auch das Fleisch, falls noch etwas an den Knochen war, in der Brühe oder ich koche die Brühe aus Beinscheiben oder anderem Suppenfleisch mit Knochen, gerne mit viel Knorpel –
aber auch hier: NUR von Weidetieren!

Wenn Sie die Brühe gehaltvoller haben wollen, dann können Sie Collagen-Pulver dazu geben. Ich nutze das Collagen-Pulver allerdings nicht in der Brühe sondern in meinem Kaffee, aber dazu an anderer Stelle mehr.

Geben Sie die entsprechende Menge Collagen für die Menge an Brühe hinzu und rühren Sie bis zur Auflösung.

Zum Schluss geben Sie nun Salz nach Geschmack hinzu und bewahren Sie es anschließend in Einmachgläsern auf, damit Sie es später verwenden können. Es eignet sich auch gut zum Einfrieren. Damit haben Sie immer Ihre Portion Brühe zur Verfügung!

Wollen Sie die Brühe zur Genesung einsetzen wird empfohlen täglich 100-200ml davon zu trinken. Ich mache es eher kurmäßig: Eine Woche lang als Abendessen 1-2 Tassen Brühe, die ich mit heißem Wasser verdünne und dann nach Geschmack nachsalze.

Diese Brühe ist auch sehr gut als Grundlage für Suppen und Eintöpfe geeignet, allerdings muss man hier darauf achten, dass sie nicht mehr voll aufkocht! Sonst sind ja die guten Stoffe dahin.

Welche Stoffe sind für uns wichtig und in der Knochenbrühe enthalten?

Kollagen:
Diese Brühe ist die beste Quelle für natürliches Kollagen. Kollagen ist ein Protein (Eiweis), das im Bindegewebe für Elastizität und Struktur sorgt. Es wird vielfach in der Kosmetik eingesetzt und als Anti-Aging-Effekt beworben. Das Bindegewebe besteht aus verschiedenen Kollagen-Fasern, die jenach Einsatz fester oder elastischer sind. Vorallem wird es für Knochen und Knorpel gebraucht! Unsere Knochen im Gelenk sind mit Knorpelgewebe vor dem „Abrieb“ durch Bewegung geschützt. Damit hilft die Brühe dieses Knorpelgewebe zu erhalten und zu stärken. Sehnen und Bänder, genauso wie die Haut bleiben durch das Kollagen flexibel. Faszien sind Bindegewebe …. Also ganz viel im Körper ist aus Bindegewebe und das „verhärtet“ im Alter und wir werden weniger flexibel….
Dies hilft die Brühe zu verhindern!

Mineralien und Elektrolyte:
Mineralien sind sehr wichtig im Körper! Nur ihr ausgewogenes Verhältnis lässt unseren Körper gut funktionieren. Deshalb können wir diese Mineralien in den Knochen speichern. Durch das niedrigenergie Kochen lösen wir die Mineralien aus den Knochen der Weidetiere und nehmen mit der Brühe diese für uns auf. Es gibt keinen Stoffwechsel ohne Mineralien. Wir brauchen sie zur Bildung der Enzyme, der Entgiftung und vielen weiteren Prozessen im Körper.

Gelatine:
Enthält viele essentielle Aminosäuren und wirkt sich positiv auf Arthrose, Osteoporose und Gelenkschmerzen aus.

Glycosaminoglykane (GAG):
Diese erhält man wenn man nicht nur die reinen Knochen nimmt, sondern Knochen an denen noch Knorpel dran ist. Eine wichtige Untergruppe ist Hyaluronsäure. Diese ist vielen bereits bekannt aus Anti-Aging-Kosmetik und Hyaluronspritzen ins Gelenk bei Gelenkschmerzen und Arthrose. Das Auge besteht aus über 90% Hyaluron und viel Hyaluron ist in der Gelenksflüssigkeit. Die Haut braucht, wie jedes Bindegewebe, Hyaluron um geschmeidig zu bleiben. Deshalb setzt man es gerne auch zur Faltenunterspritzung ein.
Chondroitinsulfat ist ein wichtiger Bestandteil der Knorpelmasse. Zusammen mit Glucosamin sind es die wichtigensten knorpelschützenden Baustoffe. Sie werden auch gerne oral als Nahrungsergänzungsmittel verabreicht, da sie in der Lage sind Arthrose aufzuhalten.

Die Knochenbrühe ist also ein ganz natürlicher Weg zur Gesundheit!

 

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(1) comment

Elfriede Breuer

Ich habe die Brühe bei Hella Hergel probiert. Sie schmeckt wunderbar!

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